Der Elefant im Porzellanladen
Das Töpfern ist eines der ältesten Kunsthandwerke der Menschheit. So sind die ersten Figuren aus Ton über 24.000 Jahre alt und 18.000 Jahre alte Gefäße aus Ton wurden in China gefunden. Solche alten Tonfunde gab es auf allen Erdteilen wie Mittel- und Südamerika, Afrika, Asien und Australien, was beweist, dass die Menschen die Tonkunst unabhängig voneinander entdeckten und weiterentwickelten. Zunächst zu religiösen und kultischen Zwecken, später auch für den alltäglichen Gebrauch. Sie brauchten dazu nur Ton oder Lehm, ihre Hände, ein wenig Kreativität und Feuer. Und schon entstanden erstaunliche Kunstwerke. Die Entwicklung der Töpferscheibe im 6.000 Jahrtausend vor Christus erleichterte und beschleunigte das Herstellen von Gefäßen, das Formen von Figuren jedoch muss auch heute noch per Hand erfolgen.
Ich entdeckte meine Begeisterung für dieses Handwerk bei einem Töpferkurs in der Grundschule, in dem wir einmal unser Lieblingstier formen sollten. Das war in meinem Falle ein Elefant und so begann ich einen dicken Rumpf zu formen, vier dicke Beine, einen runden Kopf, zwei riesige Ohren, einen langen Rüssel, einen kleinen Schwanz und alles schön miteinander zu verbinden. Das war so einfach, dass ich gleich noch einen zweiten Elefanten und sogar noch einen dritten formte. Mit jedem Mal gelang das Tier besser. Meine Lehrerin zeigte mir in einem Buch verschiedene Elefanten aus Indien und Afrika, die man vor allem durch die Größe ihrer Ohren unterscheiden konnte. Und so stellte ich im laufe dieses Jahres ganze Herden von indischen und afrikanischen Tonelefanten her, stehende, laufende, liegende, badende, kleine und große.
Seitdem habe ich das Töpfern zu meinem Hobby und später auch zu meinem Beruf gemacht. Ich bin viel gereist, vor allem nach Indien und Afrika, um mir dort Elefanten und die dortige Töpferkunst anzusehen und mich für meine Arbeit als Töpferin, Künstlerin und Lehrerin inspirieren zu lassen. Auf diesem Blog möchte ich über mein Leben an der Drehscheibe, meine Reisen und meine Arbeit berichten.